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Mit Kleinkrediten Existenzen aufbauen
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Schon längere Zeit unterstützt die Genossenschaft HILFE den Verein „La Colombe Suisse“, der 2004 von Christian Ninck (langjähriges Mitglied der ETG Giebel, jetzt wohnhaft im Zürcher Oberland) und seinem Bruder gegründet wurde, mit dem Ziel, in Kinshasa (Kongo) ein Mikrokreditinstitut aufzubauen.
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Christian schreibt uns dazu folgenden Bericht:
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Kinshasa das Umfeld
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Die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaïre) ist riesengross, so gross wie Westeuropa. Die Unruheprovinz im Osten ist 1500Km von der Hauptstadt entfernt.
In Kinshasa gibt es einerseits die moderne Innenstadt mit Hochhäusern und der Prachtstrasse „Boulevard du 30 juin“, andererseits aber ausgedehnte Armenquartiere, die oft einen slumartigen Eindruck hinterlassen. In einem der ärmeren Stadtteile Mont Ngafula - lebt die Familie des Pastors Neves.
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Armut in slumartigen Quartieren
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Im Stadtteil Bumbu besuchten wir die Familie der ältesten Tochter der Familie Neves. Das Abwasser fliesst als schmutziges Rinnsal am Rande des Zugangweges. Der Strom bleibt oft stundenlang aus, und auch das Wasser fliesst nur zu bestimmten Zeiten aus dem Hahnen. Da es keine organisierte Abfallentsorgung gibt, sind die Strassen meistens von Abfall übersät.
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Eine Familiengeschichte
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Mein Vater finanzierte in den 70er Jahren dem Vater Neves die Pfarrerausbildung. Seither halfen wir als ganze Familie Ninck, dass die Kinder eine Ausbildung machen konnten. Dank unserer Hilfe haben sie ein eigenes Haus, und alle Kinder konnten eine Ausbildung absolvieren bis hin zum Universitätsabschluss des ältesten Sohns Gilchrist Neves. So sind sie heute eine Familie des unteren Mittelstandes.
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Jugendliche im verarmten Stadtteil Bumbu Kinsaha
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Eine Idee nimmt Gestalt an
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Bei meinem ersten Aufenthalt 2003 sah ich, dass die Jungen voll Initiative und Schaffenskraft waren. Der jüngere Sohn Nsambu hatte im Haus eine Pâtisserie eingerichtet mit einem selbstgebauten Backofen vor dem Haus. Gilchrist, der ältere Sohn, konnte ein Stück Land am Flüsschen pachten, wo er mit Hilfe seiner Mutter und einigen arbeitslosen Jungen eine grosse Gemüseanlage aufbaute.
Diese Aktivitäten brachten etwas Geld ein, doch reichten sie nicht weit. Raiffeisen (der Gründer der Raiffeisenbank im 19. Jh.) brachte mich auf die Idee, dass sie dort in ihrem Quartier eine Kredit-Genossenschaft aufbauen sollten. Einige machten sich gleich an die Arbeit und erarbeiteten die Statuten.
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Ein Mikrokredit-Institut wird gegründet
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2007 startete die Kreditgenossenschaft «M.E.C. La Colombe» ihren Betrieb - ein Institut für Mikro-Finanzen, ein IMF. Erster Geschäftsführer wurde Gilchrist Neves, durch sein Studium bestens ausgewiesen. M.E.C. bedeutet „Mutuelle pour Epargne et Crédit“, auf deutsch „Genossenschaft für Ersparnisse und Kredit“. Gegenwärtig gibt es zwei Filialen, eine auf Mont Ngafula und eine in Bumbu. 2009 konnten die neuen Büros bezogen werden. Das Bedürfnis für Mikrokredite ist riesengross. Sie haben viele Anfragen aus der ganzen Stadt für Filialeröffnungen.
Der Präsident dieser Institution ist Pastor Neves, Vizepräsident ist sein Schwiegersohn, ein Maschineningenieur.
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Büro der M.E.C. in Kinsaha
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Mikrokredite in Aktion
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Anfänglich wurden Kredite von 50 100 $ ausgerichtet. Durch die Preissteigerung der Wirtschaftskrise bedingt mussten diese auf 150 - 200 $ erhöht werden
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Im Folgenden erwähne ich einige Beispiele, was die Leute mit den Mikrokrediten bewirkten:
- Der Pfarrer im Quartier Mont Ngafula betreibt einen Schweinestall hinterm Haus. Mit dem Kredit kauft er Futter, bis er die Jungtiere verkaufen kann.
- Eine Kleinhändlerin im Quartier Bumbu kann mit dem Kredit ihr Angebot vergrössern.
- Ein Krankenpfleger im gleichen Quartier begegnet dem Mangel an Medikamenten durch die Eröffnung einer Apotheke.
- Ein eindrückliches Beispiel, was eine tüchtige Verkäuferin mit den Mikrokrediten zu Stande gebracht hat, begegnete uns bei einem Quartierladen, den ich 2007 in einer Wellblechbude angetroffen hatte. 2009 hatte sie einen Ziegelbau bezogen.
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alter
Laden
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neuer
Laden
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- Eine Frau aus der Nachbarschaft der Familie Neves hat das Backen und den Ofenbau bei Nsambu Neves gelernt. Dank eines Mikrokredites konnte sie selber eine Kleinbäckerei eröffnen.
- Eine tüchtige Gärtnerin erweiterte ihren Anbau dank Mikrokrediten.
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Geld ist nicht alles - es braucht auch Wissen
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Ganz wichtig ist die Ausbildung zur Begleitung der Kredite. Es geht
- - erstens um Geschäftsideen - „womit kann man Geld verdienen?“
- - zweitens um Geschäftsführung „wie gehe ich mit Geld um?“
- - drittens um Gesundheitsfragen und allgemein Lebenshygiene (Aids-Prävention)
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Auf die Ethik kommt es an
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Da Pastor Neves zur Baptistenkirche gehört und er viele andere Pastoren kennt, ist diese Kirche der natürliche Partner. Doch hängt die Kreditvergabe nicht an der Zugehörigkeit zu dieser Kirche.
Von den Mitarbeitern erwarten wir, dass sie bekennende Christen sind und positive Werte vermitteln.
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Schweinezüchterei:
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Die Schweinezüchterei wird ein Sozialunternehmen der FOCOL, d.h. ihr Gewinn fliesst vollumfänglich in das Mikrokredit-Institut. So werden sie in diesem Bereich von uns unabhängig das ist Hilfe zur Selbsthilfe.
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Informatikschule und Internetcafé:
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Das Informatikzentrum dient zur
- Kompetenzerweiterung für Jugendliche und Erwachsene
- Dienstleistung in Büroarbeiten aller Art
- Verbindung zu Internet für die Bevölkerung und für die FOCOL
- Auch hier kommt ein allfälliger Gewinn der FOCOL zu Gute. Doch
hier steht die Dienstleistung im Vordergrund.
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Informatikschule und Internetcafé:
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Das Informatikzentrum dient zur
- Kompetenzerweiterung für Jugendliche und Erwachsene
- Dienstleistung in Büroarbeiten aller Art
- Verbindung zu Internet für die Bevölkerung und für die FOCOL
- Auch hier kommt ein allfälliger Gewinn der FOCOL zu Gute.
Doch hier steht die Dienstleistung im Vordergrund.
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Ein Transportunternehmen
die TRANSFOCOL:
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Ein Volvo bildet die Grundlage für das Unternehmen, der vor einigen Jahren aus der Schweiz in den Kongo geschickt worden war. Mit der Geschichte dieses Lastwagens könnten Seiten gefüllt werden. Jetzt führt er Transporte aus und ist die erste eigene Einnahmenquelle der FOCOL. Er soll zur Finanzierung von weiteren Fahrzeugen dienen.
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Unsere Vision
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Wenn Familien Einkommen generieren
werden sie genügend zu essen haben.
Sie werden für die Gesundheitskosten selber aufkommen
und die Kinder in die Schule schicken können!
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Oktober 2010 / Christian Ninck
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Kongo: Aktivitäten / Berichte 2011
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Mutuelle d’Épargne et de Credit (MEC) Genossenschaftliche Spar- und Leihkasse
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Die MEC La Colombe ist gegründet worden, um der Misere der Bevölkerung der Stadt Kinshasa zu begegnen und ihr Einkommen zu verbessern. Es wurde festgestellt, dass die MEC geschätzt wird und ein Vertrauensklima entstanden ist. Der grösste Teil der Mitglieder zahlt ihre Kredite regelmässig zurück, und sie wünschen weiterhin von dieser Dienstleistung profitieren zu können. Dank der Kredite konnten sie ihr Einkommen verbessern und die Schul- und Gesundheitskosten der Kinder bezahlen und die Familien ernähren.
Es wird für die MEC als wichtig erachtet, dass sie mit der Zeit von der reinen Microkreditvergabe weg kommt und Ersparnisse entgegen nehmen kann.
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Schweinezüchterei
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Im August 2010 begann der Betrieb mit einem Eber und drei Mutterschweinen. Der Ertrag dient zum Weiterausbau und zur Alimentierung der MEC. Diese Aktivität hat eine grosse Bedeutung für die Fleischversorgung der Bevölkerung und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
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Internetcafé und Bürodienste
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Mont Ngafulu konnte ein Informatikzentrum realisiert werden. Es hat der Bevölkerung durch das Internetcafés die Welt geöffnet. Ausserdem hilft es den Lernenden aus dem Analphabetismus heraus zu kommen und nach Abschluss der Ausbildung eine Anstellung zu finden. Für die Weiterentwicklung ist es wichtig ein grosses und gut belüftetes Lokal zu finden oder aufzubauen.
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Landwirtschaftliches Zentrum KASANGULU
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In Kisimbula, Nähe Kasangulu, konnte ein weites Gelände gekauft werden.
Es sollen folgende Ziele erreicht werden:
- Landwirtschaftliche Tätigkeiten zur Selbstfinanzierung der Stiftung
- Kinshasa und Kasangulu mit Nahrungsmitteln versorgen
- Jugendliche in den landwirtschaftlichen Tätigkeiten ausbilden
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Das Projekt ist ein guter Ansatz für die Selbstfinanzierung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Es wird empfohlen die Kulturen zu intensivieren, Agro-Waldwirtschaft und Fischzucht ins Programm aufzunehmen und den Abtransport der Produkte besser zu organisieren.
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Nähatelier
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Im Nähatelier werden junge Frauen (z.T. Kindermütter) ins aktive Leben eingegliedert. Es sollte in den kommenden Jahren prioritär behandelt werden.
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Transfocol
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Das alte Fahrzeug VOLVO F7 (Jg. 1973) verursacht nur noch Kosten, welche die Erträge übersteigen. Das Fahrzeug ist zu liquidieren und durch ein besseres und vor allem geeigneteres zu ersetzen.
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AMEC Fischzuchtprojekt im Dorf Masaba
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Das Projekt Wurde von LACOS begleitet und durch die Schweizer Botschaft mit einem Betrag unterstützt. Als mit den Arbeiten begonnen werden sollte, war das Gelände bereits an eine Privatperson verkauft. Ein neues Terrain, weit vom Dorf entfernt, eignet sich schlecht für die Realisation.
Da das Fischzuchtprojekt von grosser Bedeutung ist, wird vorgeschlagen dieses durch die FOCOL RDC auf dem Gelände in Kisimbula zu realisieren.
Die Finanzierung sollte ins Dreijahresprogramm aufgenommen werden.
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Dringende Anschaffung: Allradfahrzeug mit Ladefläche
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Wir haben schon mehrfach über die beiden Gelände in der Nähe von Kasangulu informiert. Sie sind von der Hauptstrasse aus in 2 Stunden Fussmarsch nur mühsam zu erreichen. Die Ernte muss auf dem Kopf zur Hauptstrasse getragen werden. Sie brauchen dringend einen Picup 4x4 wie in der Abbildung (Toyota) zu sehen. Für 8000 9000 $ können sie ein gutes Occasionfahrzeug erwerben. Danke für alle Mithilfe!
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November 2011 / Christian Ninck
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