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Die Genossenschaft HLFE pflegt schon seit vielen Jahren einen regen Kontakt zum Kinderhilfswerk UEMI und unterstützt seine Aktivitäten mit namhaften finanziellen Beiträge in der vollen Überzeugung, dass Balz und Elisabeth Meili und ihre Helfer eine sehr wertvolle und nachhaltige sozial-diakonische Arbeit leisten.
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Kinderhilfswerk UEMI, Anápolis Brasilien
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„Wenn ich einmal gross bin, werde ich meine Mutter suchen und sie fragen warum ich nicht bei ihr aufgewachsen bin. Wenn sie mir dann sagt: „Ach, ich war zu arm um für dich zu sorgen und so musste ich dich zu deinem Besten weggeben“, dann werde ich meine Mutter aufnehmen und gut für sie sorgen. Wenn sie mir aber sagt: “Ich wollte dich nicht, du kamst ungelegen“, dann werde ich sie umbringen!“ Diese Worte sagte der damals etwa 8-jährige Becky zu seiner Pflegemutter Suely.
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Es begann 1985. Meine Anglobrasilianische Frau Lisbeth und ich, gerade etwa zwei Jahre verheiratet und noch kinderlos, und unsere brasilianischen Freunde Enéas und Viviane, sowie Suely mit ihren zweijährigen Josué, folgten dem inneren Drang ein Haus für ausgestossene Brasilianische Kinder zu eröffnen. Wir wollten die Kinder die Gott uns schickt, in Seinem Namen so behandeln und annehmen, wie wir das mit eigenen tun würden. 1986 entstand die erste Pflegefamilie mit Suely als Hausmutter (links im Bild).
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Wir hatten damals kaum eine Ahnung worauf wir uns einliessen, wir taten es im jugendlichen Enthusiasmus, stark motiviert durch die Biographie von George Müller, dem Waisenvater aus Bristol, im Glauben und Vertrauen auf den Gott der Bibel. Wir hatten keine Missionsgesellschaft hinter uns und unser Freundeskreis, der sich finanziell für uns verpflichtet hatte, bestand in dieser Zeit gerade aus zwei Personen.
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Erste Pflegefamilie
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Würde sich Gott im 20. Jahrhundert wie zu Müllers Zeiten Anfang 19. Jahrhundert als der Vater der Waisen (Psalm 68,6) erweisen und die Kinder heilen und retten und uns dazu die nötige Ausrüstung und Mittel geben?!
Der Satz von Becky bleibt mir für immer in Erinnerung. Das Gefühl ausgestossen zu sein, nicht gewollt zu sein, nur das ungewollte Nebenprodukt eines „quick standings“ zu sein, wurde so manchem unserer Schützlinge gerade in den Teenagerjahren zur schweren Hypothek. Viele verzweifelte und schmerzvolle Tränen flossen in dieser Zeit und oftmals schienen unsere gut gemeinten Worte wie Wasser an einer Scheibe abzuprallen, ja manchmal meinten wir für ihren Schmerz verantwortlich sein zu müssen. Der damalige Jugendrichter Airton Borges, über den die Kinder zu UEMI gelangten, hatte uns ja gesagt, wir sollten die Kinder anschwindeln und ihnen sagen, ihre Eltern seien gestorben. Besser tote Eltern als von ihnen ausgestossen zu sein!
Nun sind bald 26 Jahre vergangen und bis auf die Jüngste Fernanda und Josiah (15), der letztes Jahr im 1. Haus aufgenommen wurde, sind alle anderen 11 Geschwister der ersten Familie ausgeflogen und stehen im Leben. Fünf von ihnen sind verheiratet und haben z.T schon eigene Kinder und fünf wohnen in einer Wohngemeinschaft in Anápolis. Die Meisten haben Gott als ihren wahren Vater erkannt und gehen ihren Lebensweg mit Jesus und haben sich auch einer Kirche angeschlossen. Das ist nicht unser Verdienst. Wie jemand sagte: Gott gebraucht nicht die Fähigen, er befähigt die, die er gebrauchen will.
In der Zeit von 1989 2001 konnte die UEMI auf einem eigenen Landstück drei Häuser für Pflegefamilien bauen, in denen bis zum heutigen Tag 38 Kinder über kurze oder längere Zeit ein Zuhause fanden
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Das UEMI-Land, 10 km vom Stadtzentrum von Anapolis entfernt und vor 25 Jahren noch total im Grünen gelegen, hat sich sehr verändert. Vor unseren Toren entstand wie in so manchen Brasilianischen Städten an der Peripherie ein Armenviertel. Hier leben viele Familien, die durch mangelnde Ausbildung keine grosse Chance im Leben hatten, aber auch viele zerrüttete Familien, verlassene Mütter, Prostituierte, drogen- und alkoholsüchtige Menschen.
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Und mitten drin viele, viele Kinder. Und gerade diese hat uns der Herr ganz besonders ans Herz gelegt.
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Oberhalb der drei Familienhäuser an der Grenze zum Armenviertel, baute die UEMI 2002 das erste Gebäude des RESGATE-Zentrums, um solche Kinder von der Strasse zu holen und in ihrer schulfreien Zeit zu betreuen. Wir helfen den Kindern bei den Hausaufgaben, wir basteln, kochen, spielen, musizeren, tanzen und machen Sport mit ihnen. Am liebsten spielen sie Fussball, wobei sich die Mädchen genau so reinlegen wie die Buben. Für die Kleinen, die am Vormittag im RESGATE sind, gibt es ein Morgen- und Mittagessen und die Älteren, die am Nachmittag bei uns sind, bekommen ein nahrhaftes z’Vieri. Bei all dem haben wir die Gelegenheit den Kindern von Jesus zu erzählen und ihnen durch unser Zusammenleben die Liebe Gottes praktisch weiter zu geben. Einige unserer Mitarbeitenden leben selber im Armenviertel und können sich mit den Kindern besonders gut identifizieren.
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Nach den Ferien suchte Jair (7) verzweifelt Marzia auf. „Tia, (Tante) mein Vater hat uns verlassen und meine Mutter hat aus Kummer Rattengift geschluckt. Zum Glück nicht genug, im Spital wurde ihr der Magen ausgepumpt.“ Marzia nahm ihn und seine ein Jahre ältere Schwester Josiane zur Seite in ein Zimmer. Sie sagt zu ihnen: „Da hilft nur Gebet, wir wollen das nun jeden Tag zusammen tun.“ Wenige Tage darauf kam Jair strahlend mit der freudigen Nachricht: „Mein Vater ist wieder zu uns zurückgekommen. Gott hat unser Gebet erhöht.“ Der Vater bringt nun jeden Morgen seine beiden Kinder ins RESGATE-Zentrum bevor er zur Arbeit geht.
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In der Zeit des Aufbaus und Wachstums war und ist die Genossenschaft HILFE für uns ein wertvoller Partner. Die HILFE, als Sozialwerk für die Notleidenden dieser Welt besorgt, gewährte der UEMI schon mehrmals ihre Unterstützung. Sei es beim Bau eines der drei Familienhäuser oder in den letzten Jahren für den Bau von zwei Mehrzweck-Sportplätzen für das RESGATE-Zentrum. Der erste Sportplatz ist seit vier Jahren rege in Betrieb und der zweite sollte in Kürze fertig werden. Das vergrösserte RESGATE-Gelände musste wieder mit einer Schutzmauer gesichert werden.
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Auch das konnten wir mit Geld von der Geossenschaft HILFE tun. Und vor zwei Wochen erreichte uns die Zusage für einen Betrag, um unseren uralten VW-Bus mit über 215'000 km auf dem Buckel, zu ersetzen. Der Bulli ist täglich im Einsatz, wenn er nicht gerade repariert werden muss, vor allem um Kinder zu transportieren. Wir sind so dankbar.
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Die Regierung Brasiliens will in den nächsten Jahren in solchen Vierteln Ganztagsschulen einführen. In unserem Armenviertel wird die Schule von der Betesdakirche in Partnerschaft mit dem Schuldepartement geführt. Diese ist an ihre Kapazitätsgrenze gestossen und die UEMI, mit dem zweiten RESGATE-Hauses mit genügend Raum gesegnet, hat in diesem Jahr einen Teil der Schulaktivitäten im Programm aufgenommen.
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Damit hatten wir täglich über 200 Kinder. Sandra, die Hausmutter aus der 2. Pflegefamilie, von Beruf Pädagogin, wird ab Januar 2012 Schuldirektorin der Betesdaschule und alles deutet darauf hin, dass wir durch das Wachsen des Viertels noch mehr Kinder bekommen werden. Es stehen uns spannende und grosse Herausforderungen bevor, denen wir nur in Gott allein gewachsen sind.
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Wir haben es erlebt: Gott ist derselbe wie zu George Müllers Zeiten. Menschen zu erretten ist Sein Herzensanliegen und dazu gibt Er nach Seinem Willen und auf Seine Weise die nötigen Mittel. Allen, die sich dazu von Ihm gebrauchen lassen, gilt unser grosser Dank und Gott allein die Ehre
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www.uemi.ch
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Dezember 2011
Familie Balz und Lisbeth Meili mit Töchtern
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